ein Jahr - ein Land - keine Ziege - viele Eindrücke

"A whole year of not finishing things"

 
21Juli
2015

One last shoutout

Der Nebel des Endes

Die Zeit rinnt mir aus den Fingern. Ich kann alles machen, was ich mir für meine letzten Tage vorgenommen habe, trotzdem fühlt es sich an, als wäre ich gestern erst noch 100 Tage vom Tag X entfernt gewesen. Ich finde keinen Abschluss. Nichts, was wirklich zu tun übrig bleibt. Nirgends, wo ich handeln könnte. Niemals könnte ich ein Ende finden, einen Schlussstrich ziehen. Es geht zu schnell und es geht zu schnell auf das Ende zu. Alles passiert, nichts geschieht. Und das Ende bleibt ein Nebel, der sich nach allen Seiten auszudehnen scheint.

Ein Jahr, in dem ich kein Ende gefunden habe. „A whole year of not finishing things“, das ist wohl das einzig wahre, was ich über meine Zeit außerhalb der Heimat sagen kann. Ich habe zu viel angefangen, zu Mächtiges gedacht und zu Großes gesagt, als dass ich jetzt damit aufhören könnte. Alles zielte nur darauf ab, „drüben“ hinter dem Nebel umgesetzt zu werden.

Nichts bleibt zu sagen, außer, dass sich der Nebel des Endes verdichtet - jeden Augenblick ein bisschen mehr. Darin bin ich im Niemandsland der Ungewissheit und Nervosität.

Dahinter tut sich eine Traumwelt auf, von der ich glaubte, sie wäre mir fremd geworden. Eine Welt, die mir so vertraut und doch so eigenartig erscheint, dass ich sie mir nicht ohne den Nebel vorstellen kann. Aber sie existiert und für sie habe ich diesseits der Wolken gelebt. Für sie habe ich gedacht, geredet und gehandelt. Ich habe sie verleugnet, ich habe sie verherrlicht. Ich habe sie kritisiert und mich gleichzeitig nach ihr gesehnt. Sie ist es, die ich hochgehalten habe und sie ist es, die von mir in den Schmutz getreten wurde. Und all das nur, weil ich keine klare Vorstellung von ihr habe. Ich sehe sie durch den Nebel des Endes. Allumfassend und doch nie anwesend. Naturgesetze aufgehoben und umgekehrt von einer Kraft, die sich nicht definiert.

Der Nebel des Endes.

 

 

An dieser Stelle ein herzliches DANKE an Alle, mit denen ich so viele Erinnerungen teilen darf! Bei allem was recht ist, es war und ist wirklich toll, was ich mit Euch erlebt hab! Ich denke da an Kochstunden und Haarpflege, Kino und Nachtleben, eine kleine Radtour und ein Roadtrip, und natürlich denke ich an einen Hahn namens Stefan! Danke für all das! Bis neulich!

21Juli
2015

It's my Birthday

17.23 Uhr:

Ich sitze für 24h am Jomo Kenyatta International Airport in Nairobi fest und daran ist in erster Linie Barack Obama Schuld. Um das zu verstehen muss man wissen, dass ich bei meinem Freund Emanuel außerhalb Nairobis am Abend vor meinem Fug übernachtet habe. Heute sind wir pünktlich um 5.30 Uhr aufgestanden und haben uns vorbereitet. Inklusive Handgepäck, gegessenem Frühstück und Berufsverkehr waren wir dann pünktlich um halb 8 in der Stadt. Dort wollten wir noch meine zwei großen Koffer abholen, die ich tags zuvor bei Freunden von Emanuel verstaut habe, die in der Innenstadt wohnen. Allerdings war die Anfahrt zu Fuß etwas erschwert, da es eine Wasserleitung zerrissen hatte, die die halbe Straße überflutet hat – was bedenklich ist, wenn man erkennt, dass die Straße schon im trockenen Zustand zu gleichen Teilen aus Müll und Schlamm bestand (zumindest auf einem Streifen von gut 20 Metern). Endlich bei den Koffern ist Emanuel losgegangen, um einen Taxifahrer zu finden (mit einem Mzungu im Schlepptau lässt es sich schlecht verhandeln). Um dreiviertel neun hat er dann endlich fertig verhandelt und wir beide tragen die Koffer das enge und feuchte Stahlbetontreppenhaus hinunter. Unten erwartete uns dann ein unglaublich schönes Schauspiel, von 4 Autos, die sich in der engen Gasse vor dem Mietshaus selbst blockierten – das in der Mitte war unseres. Manche wollten raus, manche wollten rein, und das alles auf einer einzigen T-Kreuzung! Kaum zu schaffen glauben, aber die Lösung des Deadlocks scheiterte nicht am eisernen Durchsetzungswillen der Fahrer, sondern an ihrer schlichten Lustlosigkeit an der Lösung. Nach endlosem Druckmachen (Einem Kenianer Druck machen! PAH!) und Dirigieren hatten wir die Autos befreit und wir konnten unsere Fahrt zum Flughafen beginnen. Es war circa 9.10 Uhr, mein Flug ging um 10.35 Uhr und die Fahrt zum Flughafen sollte eigentlich nicht länger als 15-20 Minuten dauern - ein super tolles Zeitfenster in Kenia.

Leider waren nicht nur etliche Baustellen auf dem Weg zum Airport, sondern auch das Fahren im Airport selber war ein einziger Spießroutenlauf. Dazu sollte man wissen, dass Obama am Samstag Kenia besuchen wird und deswegen alles verrücktspielt – Es werden Straßen saniert, Baustellenabsperrungen schön angemalt und der Flughafen ist von drei schön und luxuriös angelegten Terminals zu einem Monster verkommen, dass vor den Terminals Mehr Zäune und Sicherheitskontrollen hat, als damals in Berlin die Todeszone. Wenn man da natürlich auch noch schnell an den Schranken und Durchsuchungen vorbei will, ist man doppelt verdächtig und wird dumme Fragen gefragt, sehr nett von der Polizei.

Nuja letztendlich hat alles Hetzen nicht geholfen, weil sie am Flughafen neuerdings (auch wegen Obama) komplett pünktlich und unbestechlich sind und ich dann selbst als „LAST CALL“ nicht mehr in den Flieger kommen konnte. Zum Glück hat mich dann ein netter UND kompetenter Turkish-Airlines-Mitarbeiter aufgefangen und mir einen alternativen Flug am nächsten Tag beschafft – eine nette Begleiterscheinung der neuen Seriosität am Flughafen. Natürlich musste ich dafür heftige Gebühren zahlen, die ich hier nicht weiter ausführen möchte. Da ich eh schon genau hingekommen bin mit meiner Planung, meine Mom mir aber dankenswerter Weise noch Geld überweisen konnte, um den Flug zu bezahlen, ist alles soweit im Lot.

Der Ohrwurm der Stunde lautet: „Amma spend my Dollar, Dollar, Dollar, Dollar!“ („It’s my Birthday“, Will.i.am feat Cody Wise).

Nuja jetzt belustige ich mich am aberwitzigen Militäraufgebot am Flughafen und am typischen Mitarbeiter-zu-Arbeit-Verhältnis im „Java Coffee House“: Sieben Kellner hinter allein der Theke, drei Gäste im Innenraum, einer außen, und ich muss 5 Minuten winken, bis die Kellner bemerken, dass ich bestellen möchte – eine wunderschöner Mikrokosmos. Hab gerade drei Militärhubschrauber (die mit den zwei schwenkbaren Rotoren an den „Flügeln“ – Sind das überhaupt noch Hubschrauber?? Was sagt Martin dazu?) gesehen, die mal eben so im Tiefflug über das Gelände gedüst sind. Irgendwas liegt in der Luft, mal schauen, was noch kommt. Noch chille ich zum selben Ohrwurm und singe „Amma throw my hands up in the air, the air, the a-öir!“- Wer singt mit?

 

20.02 Uhr: „Don‘t worry, be happy“ läuft im Cafe, unglaublich passend!

16Juli
2015

A year of not finishing things

Guten Tag

 

Mein Name ist Adrian Tozzi und ich habe ein Problem. Ich lebe seit gut elf Monaten und elf Tagen nicht mehr in meiner Heimat Regensburg. Bald werde ich dorthin zurückkehren und hoffentlich im Oktober studieren.

Ganz im Gegenteil zu den meisten, kann ich mich nicht mehr gut an Deutschland erinnern. Sicher, ich erinnere mich an den Geschmack von Marmelade, von Brot, von Schinken und Käse, ich erinnere mich an die Straßen, Züge und Autos, ich erinnere mich an meine Freunde und meine Familie. Aber ich erinnere mich nicht an das Gefühl, in Deutschland zu sein. Da ich mein inneres und äußeres Ich in den letzten Monaten ungefähr um 435,8309° in halb vertikaler Richtung zwischen Gefrierpunkt und Nordpol gedreht habe, fällt es mir schwer, mich in meine vorige Lage, in mein voriges Ich hinein zu versetzen.

Mir kommt Deutschland so vor, wie ein schwacher Traum, aus dem man noch einzelne Personen und Gegebenheiten weiß, aber eben nicht mehr das Gefühl. Von starken Träumen bleibt ja oft nur das Gefühl übrig. Das Gefühl angekommen zu sein. Das Gefühl mit Freunden und Beruf gut zu Recht zu kommen. Das Gefühl, frei zu sein, für sich selbst zu leben und doch seine Zukunft in einer anderen Welt zu verlagern. Alles, was man vorhat, wird auf diese Welt verlagert, in der man doch eigentlich heimisch ist. Ja heimisch ist man dort immer noch, doch etwas Fundamentales ist verloren gegangen. Es fehlt die Selbstverständlichkeit in meinen Gedanken an meine Heimat. Das ungefragte Dasein von allem ist mir verloren gegangen, irgendwo zwischen Istanbul und Dar es Salaam. Eine andere Wahrnehmung bestimmt seit langem mein Bewusstsein, deswegen kann mein Bewusstsein auch meine Heimat nicht mehr als wahr sondern nur noch als Traum beschreiben.

Ich weiß, dass ich nicht geträumt habe. Ich weiß, dass ich wahrscheinlich in einem Jahr genau umgekehrt denken werde, aber trotzdem ist es gruselig. Ich weiß jedenfalls nicht, wie ich mich zurecht finden werde, ob mir alles zum Hals raushängt und ich mich exkludieren werden, oder ob ich mich vom Überfluss des Lebensstils einnehmen lasse und mich schwer davon lösen werde. Ich weiß generell wenig; Nichts könnte man sagen. Ich weiß nur wie, ich damit umgehen kann: mit Humor.

Auf der anderen Seite meines Hirns freue ich mich unglaublich auf die meinen Traum von der Heimat. So sehr, dass ich beinahe vergesse, was hier noch ansteht. Das muss ich mir auch immer wieder ins Bewusstsein rücken. Ein einziges Gerücke und Geschiebe meines gedanklichen Fokus ist das in diesen Tagen geworden. Anstrengend, aber irgendwie auch unterhaltsam.

Neulich habe ich mit einer Lehrerin geredet, die mich gebeten hat, einmal ganz kurz Deutschland und Kenia zu vergleichen. Nach ein paar Ausführungen habe ich in einem Nebensatz fallen lassen, dass es in meiner Heimat durchaus üblich ist, sich was zu essen mitzunehmen oder sogar im Gehen zu essen. Darauf meine Kollegin: „Ist das, weil die in Deutschland immer mehr Geld wollen und so viel arbeiten?“, ich: „Naja, also die meisten nehmen sich einfach nicht die Zeit...“, sie: „Ach jetzt verstehe ich auch, warum die Deutschen so dünn sind! Sie haben keine Zeit zu essen!“. Jetzt hat dieses kleine Missverständnis in meine Kopf bei dem ganzen umschichten und überstülpen von Gedanken und Bewusstsein mich für ein paar Stunden wirklich fest glauben lassen, die Deutschen sind so dünn, weil sie so viel arbeiten und keine Zeit haben, sich in ein Wirtshaus zu setzen. Am nächsten Morgen kam es mir dann: Ach nein! Wir haben ja das kranke Heidi Klum-Ideal in unseren Köpfen! Obwohl, das ist ja nicht nur Heidi Klum ...

 

Das schließen wir mal hier ab, denn meine Gedanken verstehe ich ab diesem Punkt selber nicht mehr. Von dem her Viele Grüße und ein lautes „Kuckuck“ von meiner rechten Gehirnhälfte,

 

Euer Adrian

 

 

PS: Das mit dem Problem am Anfang war nicht wirklich so gemeint, aber ein Psychiater würde mich bei meinem aktuellen Geistesbefinden doch schon eher einweisen, als weiter frei rum laufen lassen.

 

PPS: Ich fand es wunderschön, dass mein Laptop jetzt dreimal hintereinander versucht hat bei „Heidi Klum-Ideal“ das „Klum“ durch „Klump“ zu ersetzen – Manchmal gibt einem Realsatire doch noch sehr viel :)

04Juli
2015

Plastik(müll) in Ostafrika

 Bei der Diskussion über Plastikvermeidung wird oft an die Konsumenten appelliert, sie sollten doch weniger Produkte mit Plastikverpackungen kaufen. Eine allgemeine Lösung des Gesetzgebers wird oft grundsätzlich ausgeschlossen – das Argument der nicht einzuschränkenden Freiheit der Bürger wird hier immer öfter über die Spanne der Realität hinaus gedehnt. Zunächst einmal verfügt der Käufer nicht nur über die wenigsten Informationen über die Herstellung der Produkte (Auch eine Bio-Tiefkühlpizza ist nicht umweltfreundlich). Er wird auch nie mit den wirklichen Folgen seines Konsumerhaltens konfrontiert. Der Verpackungsmüll wird in Deutschland nach dem Recyclinghof fein säuberlich außerhalb der Städte in Arealen mit hohen Mauern gesammelt. Die vielen nicht wiederverwendbaren Plastikteile werden dann in Brennöfen „thermisch recycelt“. Und selbst dieser Vorgang wird oft genug ausgelagert in andere Regionen, Länder oder Kontinente. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Doch wie sieht es aus in den Ländern, die nicht über so ein ausgeklügeltes Müllbeseitigungssystem verfügen, wie wir in Mitteleuropa?

Seit elf Monaten lebe und arbeite ich in Kenia. Das Land gilt wirtschaftlich und sozial als Vorbild und Antreiber innerhalb der East African Community (EAC), in der sich Kenia Uganda, Ruanda, Tansania und Burundi zusammengeschlossen haben. Das Problem des Plastikmülls ist in Kenia allgegenwärtig und scheint unlösbar. Überall an den Straßen liegen Plastiktüten, Verpackungen, Plastikflaschen, kaputte Plastikschuhe, die sehr günstig hergestellt und gekauft werden können, und andere zerstörte Gebrauchsgegenstände. In großen Städten wie Kisumu (mit 300.000 - 500.000 Einwohnern die dritt größte Stadt Kenias) sind Wege, Busbahnhöfe und die Ufer des Viktoriasees mit einer Altplastikschicht überzogen. Hier wird der ganze Müll des täglichen Lebens nicht versteckt, geschweige denn recycelt, wie es in Deutschland der Fall ist. Das Bemerkenswerte an Kenia ist, dass selbst vor den luxuriösen Einkaufszentren, den Supermärkten und Hotels der Reichen und Touristen sich der Müll regelmäßig ansammelt. Jedoch wird er dort von gut bezahlten Angestellten jeden Morgen und jeden Abend weggefegt – oft aber nur eine Straßenecke weiter. Das Problem des Plastikmülls existiert also nicht nur in Slums wie Kibera (Nairobi), es betrifft alle Teile der kenianischen Bevölkerung

.Eingang der Müllkippe in Kisumu

Dazu sollte man wissen, dass in Ostafrika allgemein Supermärkte im europäischen Sinne ein Privileg für wenige Reiche sind. Die meisten Bürger kaufen ihre Lebensmittel, ihre Kleidung, ihr Geschirr und alle anderen Sachen auf Märkten. Diese bestehen aus mehreren kleinen und großen „Shops“, in denen alles angeboten wird, was gerade im Umland angebaut, im Hinterhof gefertigt oder aus europäischen und amerikanischen Altkleidercontainern ausgeladen worden ist. Die Lebensmittel liegen immer offen in einer großen Kiste und werden je nach Wunsch frisch in einer Plastiktüte verpackt. Durchsichtig, dünn, leicht, wasserfest und billig – das bedeuten Plastiktüten für die Shop-Verkäufer hier. Aber der verschmutzte Boden, der beißende Geruch der Müllverbrennung und regelmäßig überlaufende Abwassergräben gehören eben auch zum Alltag an den großen und kleinen Märkten Ostafrikas. Diese unermessliche Bodenverschmutzung führt zur Krankheitsausbreitung (i.e. durch den Krebserregenden Rauch beim Verbrennen), zum Tiersterben (die meist frei herumlaufenden Kühe, Ziegen und Hühner malmen und picken alles auf, was sie kriegen) und vor allem auch zur Unfruchtbarkeit des Bodens. Letzteres betrifft in hohem Maße die vielen ländlichen Bereiche, in denen es in punkto Plastikverseuchung nicht wirklich besser aussieht, als in den Großstädten.

Dazu kommt, dass die meisten Konsumenten eher auf den Gelegenheitskauf konditioniert sind. Sie kaufen, wenn sie gerade auf dem Weg zur Arbeit an einem Stand vorbeigehen oder auf Reisen sind. Neben jeder „Bushaltestelle“ und in jedem Großstadtstau laufen unzählige Menschen mit Körben umher. Darin sind Snacks, Getränke, Gürtel, Spiegel, schwarz gebrannte DVDs und andere Sachen, die man so im täglichen Leben braucht – natürlich alles mit Plastik umhüllt. Folgerichtig ist der größte Markt in jeder Stadt auch direkt am Busbahnhof, mitten in der größten Menschenmenge. Die Landstraßen zwischen den Städten haben statt Straßen- nur noch Müllgräben. Denn wenn eine Verpackung ihren Zweck erfüllt hat, wird sie sofort in das nächste Schlagloch, in ein Gebüsch oder aus dem Busfenster geworfen. Am Ende des Tages bleibt neben dem Hungerlohn der Verkäufer, die ihre Waren jedem Reisenden durch die Fahrzeugfenster feilbieten müssen, eben auch eine Menge Müll.

Vorwerfen kann man den kenianischen Bürgern nicht viel. Sie arbeiten sehr lange (10-14 Stunden-Tage sind Standard) und bis auf die reiche Elite hat fast niemand den Kopf frei, um sich über etwas wie Plastikmüll länger Gedanken zu machen, als es dauert, den Müllberg neben seinem Laden einmal in der Woche anzuzünden. Durch die Neigung zum Gelegenheitskauf ist die Benutzung von Stofftaschen o.ä., die den Verpackungsmüll vermeiden könnten, relativ unrealistisch. Immer und überall einen eigenen Beutel für verschiedene frische (also dreckige) Lebensmittel, Kleidung, Geschirr, etc. dabei zu haben scheint auch für unsere deutsche Kontrollliebe ein wenig übertrieben. Schließlich muss neben diesen Faktoren natürlich auch der Starke Einfluss jeglicher Industrie auf die Politik genannt werden. Der Präsident Uhuru Kenyatta (Sohn des Gründervaters Mzee Jomo Kenyatta) ist, selbst wenn er nicht korrupt sein sollte, immer auf die Kredite von der Weltbank, des IWF und anderer semi-krimineller Organisationen angewiesen. Die Bedingungen der Kredite sind kurz gefasst: Liberalisierung des Handels, Abschaffung der Zölle und Raum für Investoren. Das alles ergibt einen wahren Abendheuerspielplatz für die Plastikindustrie aus Europa und Asien (keine der gängigen Plastiktüten kommt aus Afrika), deren Absatzmärkte in der Heimat nicht mehr genug Profit abwerfen.

Selbst in Deutschland kann man sich nur schwer eine Gesellschaft ohne Plastikmüll vorstellen. Doch gegen die kenianischen Probleme wirken die deutschen Umweltsorgen eher wie ein zermatschtes Insekt auf der Windschutzscheibe des Aufschwungs. In dem oben beschriebenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umfeld, das als exemplarisch für große Teile der EAC gesehen werden kann, gibt es wohl sehr wenig Anlass zu Hoffnung auf eine „plastikfreie“ Zukunft. Eine geradezu aussichtslose Lage.

Was also tun?

Die Republik Ruanda gibt eine Antwort. Im Jahre 2008 erließ man ein Gesetz, dass den Import und die Verwendung von Plastiktüten verbietet und bei Verstößen strenge Sanktionen vorsieht (u.a. mehrjährige Haftstrafen). Seitdem werden an allen Grenzübergängen, an allen Flughäfen und an allen Schiffsanlegestellen auf dem Weg von/zur dem. Rep. Kongo alle Fahrzeuge, Gepäckstücke und Personen nach Plastiktüten durchsucht. Gefundene Plastiktüten werden fachgerecht entsorgt und durch 100% abbaubare Papier- oder Baumwolltüten ersetzt. Eine zugegeben harte Maßnahme. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass in Ruanda viele Felder und Äcker durch den Plastikmüll, die Grundwasserverseuchung, etc. gefährdet waren und dass ein Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft auf dem eigentlich außergewöhnlich fruchtbaren Bodens Ruandas lebt, scheint das Einschreiten der Umweltbehörde REMA allerdings gerechtfertigt. Ihr ist es auch zu verdanken, dass Mülltrennung (wenn auch nicht so scharf kontrolliert) flächendecken verpflichtend ist. Seit 2006 operiert die REMA in Ruanda und scheint viel erreicht zu haben. Die Hauptstadt Kigali gilt als eine der saubersten Hauptstädte Afrikas und macht den Anschein einer deutschen Großstadt, von deren Einwohnern gerade zwei Drittel im Urlaub sind. Bei einer Reise durch Ruanda bewundert man die vielen in verschiedenes Grün getauchten Landschaften und bemerkt kaum, dass die Straßen wirklich sauber sind und nirgends (öffentlich) Müll verbrannt wird – etwas wirklich Herausstechendes, wenn man länger im restlichen Ostafrika gelebt hat. Kigali wirkt wie das Schloss Neuschwanstein: Mitten in die Landschaft gebaut (um nicht zu sagen geklotzt) kann man die Wolkenkratzer und Einkaufszentren schon aus 20km Entfernung erkennen. Die Stadt selbst übernimmt eine Repräsentationsfunktion in der EAC und in ganz Afrika. Sie ist das Aushängeschild des autokratischen Systems und ein „Herzensprojekt“ von Präsident Paul Kigame höchst persönlich. Vielleicht ist das auch der Grund, warum solch extreme Maßnahmen gegen Umweltverschmutzung und Plastiktüten bisher nur in der Republik Ruanda durchgesetzt wurden: Unter der strengen Führung Kigames gibt es so gut wie keinen Widerstand gegen Gesetzesvorschläge. Ein Alleinentscheider an der Spitze des Staates kann also durchaus Gutes tun. Abgesehen davon, dass man an den Grenzen und Flughäfen bestimmt nicht nur auf Plastiktüten untersucht wird, haben sich die Umweltschutzmaßnahmen in vielerlei Hinsicht bewährt und werden weltweit als vorbildliche „grüne Politik“ anerkannt.

Und Ruanda bleibt nicht allein. Als nächstes steht Uganda in den Startlöchern und will demnächst, nach jahrelangem Aufschieben, ähnlich scharfe Regelungen erlassen. Nicht, um ein Prestigeprojekt wie in Kigali zu errichten, sondern schlicht um Präsident Yoweri Museveni die Wiederwahl zu sichern. Das kommt wiederum uns Deutschen ganz bekannt vor. Die Energiewende hat bei uns auch einen wesentlichen Beitrag zur Wiederwahl der Union geleistet, die nach dem Landtags-Debakel in Baden-Württemberg um die Wählerstimmen fürchtete. Bloß, dass wir eben keine so einheitliche und strenge Gesetzesordnung bekamen wie in Ruanda. Blickt man von Europa aus auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Ostafrika müssten die ruandischen Öko-Gesetze in Deutschland doch viel leichter umsetzbar sein, als in Ruanda selbst. Die Frage wird bleiben: Wann wird unsere parlamentarische Demokratie in der Lage sein, Gesetze zum Wohle des Volkes und der Umwelt umzusetzen, die in „Dritte-Welt“-Ländern schon längst ratifiziert wurden? Allgemein strengere Gesetze, die Menschen und Natur, aber eben nicht der Industrie nützen, sind selten geworden in den Zeiten des Lobbyismus.

Man darf die richtigen Themen eben nicht den falschen Leuten überlassen. Deswegen sollten wir eine wirksame Umweltrichtlinie nicht Menschen wie Paul Kigame überlassen. Aber die Mühlen der europäischen Demokratie mahlen eben sehr langsam. Jedoch, die Voraussetzungen für ein Plastiktütenverbot in Deutschland könnten nicht besser sein: Kontrollen an den Flughäfen haben wir schon. Jetzt müssten wir theoretisch nur noch die nächsten Landtagswahlen abwarten.

 

Adrian Tozzi

04Mai
2015

Aus Fehlern lernen - ein Ausblick auf den nächsten Donaustrudl!

Aus Fehlern lernen

 

Ein beliebtes Prinzip im sportlichen Training und allgemein in der Pädagogik, ist das Lernen aus Fehlern. Dadurch, dass der Lernende lediglich ein Ziel bekommt, dass er verfolgen soll, werden individuelle Lösungsansätze entwickelt und die Kreativität gefördert. Durch etwaige Fehlversuche und konkrete Hilfestellung des Lehrers prägen sich der Weg zur optimalen Lösung und die Lösung selbst sehr gut in das Gedächtnis des Lernenden ein. So oder so ähnlich wird das „Lernen durch Versuch und Irrtum“ oder auch das „Lernen aus Fehlern“ in den Fachbüchern beschrieben.

Dieses Prinzip könnte – etwas abgewandelt – auch in unserem alltäglichen Leben etwas bewegen. Ein Fehler ist laut Lehrbuch das Nichterreichen oder Ausbleiben eines Zielzustandes. Was braucht man also, um aus Fehlern zu lernen? Ein Ziel. Dieses aber scheint zunehmend im alltäglichen Wahnsinn unseres Daseins zu versickern. Tagtäglich in die Arbeit zu gehen, sich hie und da über etwas in den Nachrichten zu empören und aber doch im Großen und Ganzen vor dem TV hinzuvegetieren ist eine Lebensweise ohne konkretes Ziel. Alles passiert und Nichts geschieht.

Einfache Ziele, die vermutlich jeder Mensch der Welt teilen würde, wären: schlauer, glücklicher, entspannter oder gesünder zu werden. Elementare Dinge also. Ein Leben mit Zielen jedoch, nötigt uns geradezu, im Interesse dieser Ziele zu handeln. Denn Fehler erkenne ich nur als solche, wenn ich ein Ziel vor Augen habe. Sobald ich dann Fehler begehe, fühle ich mich nicht gut und will das ändern. Ich lerne aus meinen Fehlern. Leider gehen in unserem ziellosen Privatleben Inkonsequenz und Bequemlichkeit meist einher mit der übermächtigen Orientierungslosigkeit, die sich im Konsumieren von Fernsehen und anderer Ruhigstellungsapparate ausdrückt.

Die Konsequenz fehlt. Wie kann ich mich über die Arbeitsbedingungen in den Lagern von Amazon beschweren und dann zum Einkaufen zu Lidl fahren? Wie kann ich mich über die REWAG und EON aufregen und denen immer noch Geld für Strom und Gas überweisen? Oder in Wohnzimmerdimensionen gedacht: Wenn ich nach zwei Stunden vor meiner Lieblingsserie Nichts, aber auch Garnichts gelernt habe, sondern einfach nur zwei Stunden älter geworden bin. Ohne schlauer, glücklicher, entspannter oder gesünder geworden zu sein, habe ich zwei Stunden eine Folge gesehen, die ich sowieso schon auswendig kannte, und mich danach gefragt, warum ich eigentlich so matt und unlustig bin. Trotzdem schaue ich am nächsten Tag die nächste Folge, die ich schon wieder auswendig aufsagen kann. Warum? Aus Gewohnheit? Aus Faulheit?

Wenn jeder sich als Ziel setzen würde, persönlich weiterzukommen oder einfach nur glücklicher und zufriedener zu werden, dann... ja dann? Was wäre dann? Dann würden wir erstmal wieder zum Zweikanalfernsehen zurückkehren und etliche RTL-Redakteure würden sofort arbeitslos werden. Nebenbei wäre unser Leben erfüllter und wir würden fitter und fröhlicher sein. Die Welt wäre also auf einen Schlag ein besserer Ort. Nur dadurch, dass jeder aufhören würde, Sachen anzuschauen, die nicht dazu beitragen, sein persönliches Ziel zu erreichen.

Was ist es also, das uns davon abhält unseren gesunden Menschenverstand zu benutzen, einen einfachen logischen Gedanken zu Ende zu denken und danach zu handeln? Ist es die Faulheit? Die Trägheit und die Gewohnheit? Klar, wenn ich zwei Stunden vor dem TV verbringe, würde ich sagen: „Ich bin faul.“. Aber jetzt mal konsequent gedacht: Auf das obige Beispiel angewandt würde das bedeuten, dass die ganze Fernseh- und ein guter Teil der Werbeindustrie auf die Ziellosigkeit und die damit kommende Faulheit und Trägheit ihrer Konsumenten angewiesen ist. Ohne Faulheit gäbe es kein PRO7. Also springen Sie einfach mal ins kalte Wasser und tun sie das Waghalsige, das Undenkbare: Sein Sie sich selbst treu.

Ein schlauer Mann hat gesagt: „Wo kämen wir denn hin, wenn jeder sagen würde `wo kämen wir denn hin` und keiner ginge, um einmal zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir denn gingen.“ Denken Sie mal darüber nach wenn Sie beim Frühjahrputz den Fernseher abstauben.

- A.

24März
2015

Morgens Kinder wirds was geben - ein typischer Morgen meiner Arbeitswoche

6.17 Uhr, der Wecker klingelt - nebenan. Chief bleibt liegen. Kevin und ein Lehrer, der gestern spontan übernachtet hat, sind wach und machen Musik an. Es klingt wahlweise tansanische Kirschenmusik, kenianischer Rap oder ältere europäische Charts (Call me maybe, Wrecking ball, Makarena, ...) aus den Handys. Die Wand, die zwischen meinem Bereich und dem der anderen reingezogen ist, bringt dämmungstechnisch eher wenig, vor allem, weil sie nicht bis zur Wellblechdachdecke reicht, sondern nach 1.90m endet.

Ich döse also im Halbschlaf dahin und versuche wieder einzuschlafen. Ich drehe mich um; ein schwerer Fehler. Meine Metallpritsche knarzt bei jedem tiefen Atemzug und egal wie ich mich hinlege, ich spüre immer das Metallgitter durch die dünne Matratze. Deshalb liege ich meistens auf dem Rand, da ist die Matratze nicht so durchgelegen und der etwas dickere Bettrahmen ist allemal bequemer, als das dünner Gitter in der Mitte. Manchmal – wenn ich ganz verwegen bin – liege ich aber auch diagonal, da kann ich mich zwar nicht wirklich ausstrecken, aber ich muss die Beine nicht anwinkeln, damit meine Füße nicht ausm Bett hängen. Die Morgen-Devise lautet also: So wenig wie möglich bewegen, alles andere holt mich aus dem Halbschlaf. Es knarzt schon wieder. Diesmal war es die Tür. Draußen ist das Fußballfeld in grau-rotes Licht getaucht - die Sonne geht gerade auf. Der erste meiner Wohngenossen will duschen. Plastikschüsseln werden über den Boden gezogen, Wasser eingefüllt und die Schlappen angezogen. Dann raus und hinter dem Haus auf einer Steinplatte die Eimerdusche genießen. Warum sie nicht in die zehn Meter entfernte Duschkabine gehen ist mir immer noch rätselhaft. Ich hör also auch das plätschernde Wasser (die Wände sind extrem hellhörig) und nebenbei noch die Musik und beginnende Gespräche, die ich nicht verstehe (meistens auf Luo). Der erste kommt aus der Dusche zurück, die andern beiden knobeln um das Privileg nicht als Letzter duschen zu müssen. Ich dusch mich immer abends, dann habe ich morgens keinen Stress. Den Anspruch, abends zu duschen, damit ich morgens länger schlafen kann, habe ich schon länger aufgegeben ;)

Es ist 7.30 Uhr, mein Wecker klingelt. Ich bin schon längst wach, habe aber nicht eingesehen, mich aufzusetzen, wenn ich theoretisch noch liegen bleiben kann. Ich stopfe mein Moskitonetz auf der Längsseite meines Bettes in den Koffer, der oben liegt und setze mich in die Matratzenkuhle meines gewohnten Sitzplatzes. „Good morning Adrian, how was your night?“, Chief war wieder einmal der letzte der drei und schaut frisch angezogen aus seiner Hälfte der Hütte. Wegen meinem Bett bekommt er immer gleich mit, wenn ich mich aufsetze. „Very peaceful, what about yours?“, „Ah it was ok. Let me go up.“ – Das ist so der typische Morgendialog zwischen Chief und mir.

Endlich alleine im Haus. Alles ist ruhig. Ein guter Zeitpinkt zu schlafen, ich bin aber schon so lange wach, dass ich nicht mehr einschlafen kann – selbst wenn, ich muss ja um acht oben im Staffroom (Lehrerzimmer) sein. Ich stehe auf und mache erstmal die gewohnten 20 Liegestütze, um den Rückenschmerzen vorzubeugen, die manchmal durch das komfortable Bett auftreten. Puh, geschafft. Bissl Wasser in eine Schüssel gießen und Arme und Gesicht waschen. Dann zwei Tassen trinken - selbst in der Nacht verbraucht mein Körper enorm viel Wasser. In der Trockenzeit von Dezember bis jetzt (Ende März) bin ich öfters mit nassem Schal aufgewacht (ein richtiges Kissen hab ich ja nicht). Was ich anziehe hängt meistens von meiner Tagesplanung ab. Wenn ich Carreer-Guidance unterrichte oder Examen beaufsichtige, dann werfe ich mich in Hemd und Anzughose oder Jeans. Die Jeans sind aber sehr mühselig zu waschen, deswegen eher die Anzughose. An Tagen, wo ich nur Sportunterricht habe, gehe ich aber auch schon mal in Jogginghose und T-Shirt aus dem Haus. Sportunterricht mit Hemd und Hose ist keine gute Idee. So, Schuhe anziehen und dann raus vor die Tür zum Zähneputzen mit meiner Militär-dunkelgrünen Zahnpasta und einem Becher Duschwasser (Trinkwasser gibts extra). Die Sonne ist schon aufgegangen und der See und die Homa-Hills sind vollends bellichtet. Wieder im Haus noch schnell meine Haare durchkämmen. Das ist oft die einzig wirkvolle Methode, die Haare sauber und einigermaßen staubfrei zu halten.

Fertig und frisch gekämmt pack ich meine Laptoptasche mit Laptop, MP3-Player und diversen Büchern und Stiften. Regelmäßig fehlt ein Stift, ein Buch und meistes Aufladekabel oder Adapter, die ich am Vortag irgendwelchen Lehrern geliehen hab. Aber what shells. Pünktlich um 8 hau Ich das Vorhängeschloss an die Tür, überprüfe, ob ich den Schlüssel auf wirklich in der Tasche hab (wir haben uns schon öfters ausgesperrt) und dann gehts über den üblichen Weg die 200m zum Staffroom.

 

Im Staffroom gehe ich erstmal alle Tische ab und gebe jedem die Hand. Die Standartfloskeln „How are you?“ oder „How was your night?“ gibt es bei jedem in unendlichen Antwortvariationen zu hören. Nachdem ich alle Lehrer durchhabe, lege ich meine Tasche auf meine Hälfte des Schreibtisches in der Mitte der Fensterzeile und schau auf den Stundenplan. Die ersten Stunden beginnen für meistens um 10.25 Uhr oder später. Ich lasse mich auf meinen Stuhl fallen und mach erstmal Garnichts. Ich lausche den Gesprächen meiner Kollegen und versuche mich auf Englisch einzuklinken. Manchmal bin ich aber auch schlicht am Nichtstun interessiert und schaue aus dem Fester oder unterhalte mich mit Mandela (dem Fußballexperten) über die letzten Ergebnisse und Begegnungen in der Premier League. Mittendrin lese ich auch mal ein Buch oder schreibe was in mein Tagebuch. Ich plane Stunden für die Carreer-Guidance und überlege, was ich am Abend mit meinem Fußballteam anstellen könnte. So gehen gut 2 Stunden rum bis die Küchenhilfe Marcy zum ersten Mal am Tag mit einem großen Tablett auf dem Kopf durch die Tür kommt. Darauf befinden sich eine große gusseiserne Teekanne und viele unterschiedliche Tassen. Sie stellt alles auf dem großen Essenstisch ab und verlässt den Staffroom wieder. 2 bis 30 Minuten später kommt sie dann mit den allmorgendlichen Weißtoast-Scheiben, für jeden Lehrer drei mit etwas Butter zusammengebabbt. Das ist das Highlight meines Morgens: Warmer Tee und Toast. Schnell trinke ich meine Tasse aus und verputze die strahlend weißen, brotähnlichen Scheiben. Der Unterricht wartet schon. Es ist 10.25 Uhr, der Tag fängt an.

26Januar
2015

Pressemitteilung

Guten Tag meine Damen und Herren

Aufgrund vermehrter Nachfragen, vor allem aus einem kleinen Ort in der Oberpfalz , habe ich mich dazu entschlossen, meine Stoppuhr am Rande des Blogs zu ändern. Lassen sie mich die Gründe darlegen, die mich zu diesem tollkühnen Schritt gedrängt haben. Nun, da ich fast die Hälfte meiner Zeit hier in Kenia verbracht habe, sehe ich ein, dass ich nicht mehr die Tage zählen sollte, die ich hier bin, sondern viel mehr die Tage, die ich noch habe, bis ich zurück fliege. Dieser Perspektivenwechsel ist wohl überlegt und ich versichere Ihnen, meine sehr erehrten Damen und Herren, dass Nichts unversucht bleiben wird, um das Schlimmste von der Bevölkerung abzuwendern. Manche mögen dies eine gute, manche eine schlechte Entscheidung heißen, ich aber treffe sie nach bestem Wissen und Gewissen. Die Geschichte wird mich freisprechen.

Viele Dank

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